Neujahrsempfang der SPD Seligenstadt

Der SPD-Neujahrsempfang am 13. Januar 2019:
Die wichtigen Themen Europa, Bildung, Kultur, Wohnen und Verkehr bestimmen das neue Jahr

Trotz stürmischen Regens konnte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Dr. Reiner Stoll, zum Neujahrsempfang im Jakobsaal des St. Josefshauses viele Gäste begrüßen.

Darunter auch:

  • die ehemalige Bundestagsabgeordnete Adelheid D. Tröscher,
  • die Landtagsabgeordnete Ulrike Alex,
  • den Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Kreis Offenbach Ralf Kunert,
  • die Vorsitzende der FDP-Fraktion Seligenstadts Susanne Schäfer,
  • den Vorsitzenden der Fraktion der FWS Jürgen Kraft,
  • den frisch gewählten Vorsitzenden der SPD-Fraktion Dietzenbach, Jerome Alex,
  • die Vorsitzende der SPD-Fraktion Seligenstadt Heide Wolf.

Der Bundestagabgeordnete Dr. Jens Zimmermann hatte den Teilnehmern seine Grüße und besten Wünsche für 2019 übermittelt.

Professorin Dr. Martina Ritter

Durch den Neujahrsempfang führte Professorin Dr. Martina Ritter, vom Vorstand der SPD Seligenstadt.

Dr. Reiner Stoll erinnerte in seiner Rede daran, dass dieses Jahr das 149. Jahr der SPD in Seligenstadt ist. Angesichts der aktuellen Brexit-Diskussionen solle man nicht vergessen, dass wir in Europa seit über 70 Jahren Frieden und Sicherheit haben. Es sei wichtig, dies zu pflegen, damit die Europäische Union weiterhin zuverlässige Verhältnisse und Freizügigkeit gewähren könne.
Auch in Seligenstadt sei es wichtig, Sicherheit und Wohlergehen zu fördern und zu bewahren.
Dazu habe die SPD auch die Vision und das Projekt Seligenstadt2030 erarbeitet, um gemeinsam eine blühende Stadt zu gestalten.

Ganz oben an stehen dabei Bildung und Kultur. Zusammen mit den Vereinen entwickle die Stadt samt ihrer Ortsteile so eine Gemeinschaft, mit der man vertraut ist, mit der man sich identifiziert und die integriert. Bildung und Kultur müssen öffentlich sein, sie müssen allen zur Verfügung stehen. Dazu dienen nicht nur schöne öffentliche Plätze, sowohl in der Altstadt als auch in den Ortsteilen und neueren Vierteln. “Auch für das geplante Neubaugebiet Westring ist es wichtig, dass dies ein schöner Ort wird.”
Dazu dienen auch Sportstätten, Treffpunkte, Räume für Aktivitäten, das Schwimmbad, “hoffentlich bald auch die Hans-Memling-Schule,” auch der Neue Riesen zusammen mit der TGS am Jahnsportplatz. Und es müsse endlich die Konrad-Adenauer-Schule zu einer echten Ganztagsschule ausgebaut werden.

In unserem Gemeinwesen ist auch Mobilität wichtig. Das Auto solle nicht verteufelt oder ausgemerzt werden. Es habe seinen Platz neben anderen Formen der Fortbewegung. Beim öffentlichen Nahverkehr werde es bald den Stadtbus geben. Man dränge auch auf eine bessere direkte Bahnverbindung nach Frankfurt.
In der Altstadt soll für die Menschen Raum geschaffen werden, der Autoverkehr solle weniger werden und langsamer laufen. Dazu müsse die Umgehungsstraße endlich vollendet werden. Die Tatsache, dass der fehlende 3. Abschnitt nun erst in mehr als zehn Jahren fertig werde, sei die Wirklichkeit grüner Verkehrspolitik. Damit werde den Menschen weiter zugemutet, dass Autos die Innenstadtstraßen verstopfen und die Atemluft belasten.

Die Menschen hier wollen auch wohnen. Damit die Stadt nicht in eine soziale Schieflage gerät, muss bezahlbarer Wohnraum verfügbar sein und geschaffen werden. Private Investoren hätten da bislang versagt. Da müsse die Stadt ihrer Verantwortung gerecht werden.

Mit Spannung wurde erwartet, welche Einblicke der neue Erste Stadtrat, Michael Gerheim, in seine Arbeit im Rathaus gab:
Zunächst habe er im Büro der Wirtschaftsförderung Zuflucht gefunden. “Das war frei, meins noch nicht fertig.”
Im Bereich Parken und Verkehr habe er dafür gesorgt, dass die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung nun endlich umgesetzt werden. Zum Beispiel wurden neue Parkscheinautomaten in Betrieb genommen, damit der ruhende Verkehr entsprechend gelenkt wird.
Er sehe Maßnahmen vor, damit der fließende Verkehr sicherer werde:

  • Zwischen Steinheimer Turm und Jahnstraße werden optische Markierungen angebracht, damit dort nicht so schnell gefahren wird.
  • Auf der Aschaffenburger Straße werde es stadtauswärts Fahrradschutzstreifen geben.
  • Zur K185 nach Klein-Welzheim sei gerade ein umfangreiches Angebot der ausführenden Baufirma eingegangen. Nach Sichtung werde die Stadtverwaltung mehr dazu sagen.
  • Der Umbau des Kapellenplatzes werde in diesem Jahr beginnen. Im ersten Bauabschnitt sei es noch nicht nötig, den Kreisel zu sperren.
  • Es werde geprüft, ob in der Kapellenstraße und auch in der anschließenden Ellenseestraße Tempo 30 verordnet werden kann, zum Schutz der Anwohner und der übrigen Verkehrsteilnehmer in diesen schmalen Straßen.
  • In Froschhausen stehe nun der endgültige Ausbau der Straßen im Backesfeld bevor, und der Start des Glasfasernetzes.
  • Bei den Liegenschaften arbeite man momentan am Bürgerhaus Klein-Welzheim und am Kindergarten des St.Josefshauses. Demnächst solle das Gutachten zu den drei Nutzungsvarianten der Hans-Memling-Schule vorliegen.

Anna Kristina Tanev, die SPD-Kandidatin des Bereichs Offenbach für das Europäische Parlament, räumte in ihrer Rede ein, dass sie zwar Deutsche sei, aber ihre Eltern aus dem europäischen Ausland stammten. “Ich bin stolz darauf, Europäerin zu sein.”
“Als Lehrerin weiß ich, wie wichtig Bildung ist.” Da sei Europa nur ein Flickenteppich. Es gehe nicht darum, alles zu vereinheitlichen; aber es müssten alle die gleichen Chancen bekommen. Wenn gute Schulen nur teure Privatschulen oder staatliche Einrichtungen mit hohen Gebühren seien, sei das nicht dienlich. Auch sei es sehr schwer, aus einem europäischen Land die Schule zu wechseln. Es müsse wieder mehr Schüleraustausch in Europa geben, in Anlehnung an das Erasmus-Programm.
“Dem Rechtsruck in Europa müssen wir Einhalt gebieten.” Man brauche sich nur mal anschauen, wer die rechten und rechtsradikalen Kreise sind: das seien oft etablierte, gut vernetzte Leute, bis hin zu Angehörigen akademischer Verbindungen.
“Für die Europawahl Ende Mai brauchen wir eine hohe Wahlbeteiligung.”

Die musikalische Untermalung der Combo des Musikvereins Klein-Welzheim war dezent und ließ die Anwesenden noch lange reden und diskutieren.