Nicole Fuchs

Frauen in der Politik – Das Interview

Teile des  Interview wurden in der Offenbach Post vom  30.1.2021 veröffentlicht und können hier nachgelesen werden: op-online.de/region/seligenstadt/kommunalwahl-im-ostkreis-diese-frauen-kandidieren-in-seligenstadt-mainhausen-und-hainburg-fuer-spd-linke-und-cdu-auf-vorderen-listenplaetzen-90185527.html

Das vollständige Interview mit allen Fragen und Antworten veröffentlichen wir hier:

Offenbach Post: Was hat Sie motiviert, erneut zu kandidieren, was „fesselt“ Sie weiterhin?

Nicole Fuchs: Ich kandidiere erneut, weil ich auch weiterhin die Politik in Seligenstadt mitgestalten möchte und dafür sorgen will, dass die Ziele meiner Partei sich erfolgreich durchsetzen.

Was sind Ihre ganz eigenen Ziele/Themen?

Als Mitglied der SPD ist klar, dass besonders die sozialen Themen für mich im Vordergrund stehen. Die faire Verteilung von Rechten und Chancen in unserer Gesellschaft ist mein Antrieb. Das Thema Bildung ist für mich besonders wichtig, weil der gerechte Zugang zu Bildung dafür sorgen kann, dass die Schere zwischen Reich und Arm nicht noch weiter aus einander geht. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die hoffentlich daraus resultierende Gleichberechtigung der Frau ist ein weiteres meiner Herzensthemen. Ein wichtiger Schritt war deshalb für mich, dass wir es in Seligenstadt geschafft haben, die Betreuungsplätze in den Kindertagesstätten für Kinder über 3 Jahre kostenfrei zu gestalten.

Neben den sozialen Themen ist auch der Klimaschutz ein wichtiges Thema für mich. Ich möchte dafür sorgen, dass der Umweltschutz in Seligenstadt stärker fokussiert wird. Mit meinem ehrenamtlichen Engagement im Tierschutzverein Seligenstadt und Umgebung möchte ich zusätzlich dazu beitragen.

Wurde in Ihrer Partei so etwas wie eine „Frauenquote“/stärkere Repräsentanz von Frauen (oder auch jungen Menschen) für die Listenaufstellung – oder auch generell – diskutiert, und, falls ja, wie umgesetzt?

In der SPD gibt es eine Geschlechterquote, die dafür sorgt, dass immer abwechselnd eine Frau und ein Mann auf der Liste stehen. Bei der Besetzung aller Posten wird in der SPD auf Gleichberechtigung geachtet. Die Vorsitzenden des Ortsverein und der Fraktion sind jeweils eine Frau und ein Mann.

*Wie bewerten Sie selbst Ihre Position als Frau in der lokalen Politik (macht sich beispielsweise die weibliche Unterzahl für Ihre Arbeit in irgendeiner Weise bemerkbar? Braucht es mehr Durchsetzungsvermögen in der Männergesellschaft oder ist das mittlerweile eher Klischee?)

Bisher war es für mich in der lokalen Politik nicht von Nachteil eine Frau zu sein. Ich hatte und habe bisher auch immer starke weibliche Vorbilder wie zum Beispiel Marie-Luise Rau-Stoll, Doris Globig und Heide Wolf von denen ich viel gelernt habe.

Daran anknüpfend: Gibt es Themen, die eher von Frauen eingebracht werden/die ohne weibliche Beteiligung eher unter den Tisch fallen würden?

Das Thema der Betreuung von Kindern sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden vor allem von Frauen eingebracht. Sowie wird vor allem von Frauen auf die Durchsetzung der Frauenquote geachtet und auch häufig kritisiert, dass diese nicht eingehalten wird.

Warum sind Ihrer Meinung nach Frauen in der Kommunalpolitik noch immer in der Unterzahl? Wie sind Ihre Beobachtungen aus dem eigenen Umfeld, spielt hier nach wie vor die Vereinbarkeit von Familie/Beruf/Amt eine Rolle, eventuell auch ein generelles Desinteresse?

Frauen sind heutzutage immer noch wie selbstverständlich für den Hauptteil der Erziehungsarbeit und den Haushalt zuständig und deshalb bleibt neben Beruf nur noch wenig Zeit für ein Ehrenamt. Deshalb ist der Frauenanteil in einer progressiven Partei wie der SPD auch höher als in konservativen Parteien, da man davon ausgehen kann, dass auch die Rollenverteilung in der Partnerschaft progressiver und gleichberechtigt ist.

Eine gezielte Förderung von Frauen in allen Parteien würde die Problematik vermutlich entschärfen.

Wie zeitintensiv ist Ihr eigenes politisches Engagement?

In den Sitzungswochen ist mein politisches Engagement sehr zeitintensiv und es kann sein, dass ich jeden Abend eine Sitzung habe. Durchschnittlich nehme ich wöchentlich an 2 Sitzungen teil und natürlich ist auch von zu Hause noch einiges zu tun wie zum Beispiel Anträge lesen und bearbeiten, Pressemitteilungen schreiben, Kontakt zu den Vereinen und Bürger*innen halten etc.

Wie würden Sie Frauen ermutigen, sich stärker lokalpolitisch einzubringen? Was können Sie jungen Kolleginnen raten.

Gerade schon politisch engagierte Frauen sollten andere Frauen ansprechen und ihnen aufzeigen, wie sie sich einbringen und ihre Themen in der Politik durchsetzen können. Es ist möglich etwas zum Besseren zu verändern. Einfach nur zu meckern reicht nicht, nur wer sich aktiv einbringt, kann zu einem Wandel beitragen.

Ich würde jungen Kolleginnen sagen, dass es sich lohnt, sich politisch einzubringen. Es ist wichtig, dass mehr Frauen in die Politik gehen und ihre Sichtweise darstellen. Junge Kolleginnen brauchen keine Angst davor haben, dass es mehr Männer in der Kommunalpolitik gibt – nur dadurch, dass sie sich engagieren, kann ein Wandel gelingen.


Alle Kandiatinnen (und natürlich Kandidaten) der SPD für die Kommunalwahl 2021 finden Sie unter: seligenSTARK.de