Jugendbeirat interviewt die Jusos

Jusos Seligenstadt Hainburg Mainhausen Ostkreis

Der Jugendbeirat hat wegen der Kommunalwahl ein schriftliches Interview mit allen Parteien geführt. Dieses Jahr sind viele Erstwähler mit dabei und die Interviews sollen ihnen allen helfen, sich zurecht zu finden. Die Jusos Ostkreis, die Jugendorganisation der jungen Menschen in der Seligenstädter, Hainburger und Mainhäuser SPD hat die Fragen beantwortet.

3 Schwerpunkte der SPD

Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität.

Freiheit – Freiheit heißt Selbstbestimmung, frei zu leben und auch lieben können wen man mag: Wir wollen Grenzen überwinden. Als Mensch – besonders als Jugendliche*r – soll man sich frei entfalten können.

Gerechtigkeit – Die Frage „Ist das gerecht?“ treibt uns bei vielen politischen Entscheidungen um. Wir wollen das gleiche Recht und die gleichen Chancen für alle. Wir stellen uns aktiv gegen Benachteiligungen.

Solidarität – Solidarität heißt für uns anpacken und den Menschen helfen, wo Hilfe benötigt wird. Wir halten die Gesellschaft in Deutschland zusammen und darüber hinaus setzen wir uns in Europa und international für Frieden und bessere Bedingungen für die Menschen ein, beispielsweise für Geflüchtete. Solidarität ist unser Auftrag zum persönlichen Engagement. Dazu zählt auch die Verpflichtung, zukünftigen Generationen einen intakten Planeten zu hinterlassen.

Was halten Sie davon, das Wahlalter auf 16 zu senken?

Die SPD befürwortet seit Jahren die Senkung des Wahlalters, dies ist Teil des Wahlprogramms und wurde z.B. in den SPD-regierten Bundesländern Hamburg und Brandenburg bereits eingeführt.

Siehe auch: „SPD-Programm: Warum das Wahlalter auf 16 Jahre sinken muss“ https://www.vorwaerts.de/artikel/spd-programm-wahlalter-16-jahre-sinken

Interview mit der ehemaligen Juso-Vorsitzenden Johanna Uekermann zum Wahlalter: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-03/johanna-uekermann-jusos-wahlrecht-ab-geburt-wahlalter-bundestagswahl

Was sieht das Programm für Jugendliche vor?

Auch, oder gerade, weil Seligenstadt so eine wunderschöne Heimat ist, gibt es für junge Menschen hier viele Herausforderungen und Dinge, die angepackt werden müssen. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es zu wenige bezahlbare Wohnungen gibt. Wer nach der Schule eine kleine, bezahlbare Wohnung in Seligenstadt sucht, findet diese nur nebenan in Hainburg oder Mainhausen oder braucht gute Sponsoren. Wir Seligenstädter Sozialdemokraten wollen mit einer eigenen Stadt- und Wohnungsbaugesellschaft uns selbst um Wohnungen kümmern. Wenn große Häuser mit vielen Wohnungen neu gebaut werden, soll ein Teil der Wohnungen verpflichtend günstig vermietet werden.

Während wir in Seligenstadt in den letzten Jahren Kindertagesstätten, Schulen und Betreuungen stark ausgebaut und gebührenfrei gemacht haben, gab es für Jugendliche und junge Erwachsene nur wenige Verbesserungen. Freiräume fehlen in der Stadt. Ein sehr gutes Projekt, das unser SPD-Spitzenkandidat und Erster Stadtrat Michael Gerheim umgesetzt hat, ist das Streetballfeld bei der Einhard- und Merianschule. Dort kann gespielt und gechillt werden, ohne dass die Polizei abends wegen Beschwerden über Lärm auftauchen muss.

Um mehr Freiräume zu schaffen, haben wir ein großes Bundle gepackt:

  • Vor einigen Wochen sind die Bagger ins Schwimmbad eingerückt: Für 1,3 Mio. Euro wird die größte Seligenstädter Freizeiteinrichtung saniert.
  • Wir wollen das Mainufer beleben: Mit einer Gastronomie, Wassersportangeboten wie StandUp-Paddeln und einer Terrasse zum Main hin. In einem Video stellen wir das Konzept online vor: main-seligenstadt.de
  • Nachmittags sollen die Schulhöfe geöffnet werden.

Noch ein Punkt, der es jungen Menschen ohne Auto in Seligenstadt schwer macht, ist die eingeschränkte Anbindung ins Rhein-Main-Gebiet. Wir Sozialdemokraten fordern klar: Mit dem Zug alle 30 Minuten in 30 Minuten nach Frankfurt. Das ist möglich mit der Odenwaldbahn und auch in wenigen Jahren realisierbar. Ebenso soll es Fahrradabstellboxen am Bahnhof geben und auch Klein-Welzheim soll besser mit dem Bus angebunden werden.

Wie steht die SPD zu Fridays for Future?

Fridays for Future zwingt die älteren Generationen, sich mit der Klimakatastrophe zu beschäftigen, die größte Menschen-gemachte Veränderung unserer Welt. Im Denken der SPD steht stets der Mensch im Mittelpunkt: Die Klimakatastrohpe verschlechtert die Lebensbedingungen von Millionen Menschen. Wir wollen daher aktiv gegensteuern. Viele Sozialdemokraten, wie unser Spitzenkandidat und die Fraktionsspitze waren bei den Demonstrationen dabei und viele haben in den Arbeitskreisen der Seligenstädter FFF mitgearbeitet. So sind Forderungen von FFF mit ins Programm der SPD gewandert, zudem wurden eigene konkrete Ziele definiert, wie den Bestand an Bäumen in der Stadt bis 2025 auf 4.000 Bäume zu erhöhen. Schon vor FFF hat die SPD starke Projekte für ein klimaneutrales Seligenstadt angestoßen, wie z.B. die Bürgersolaranlage in Froschhausen.

Welche Maßnahmen sollten als erstes ergriffen werden, um Seligenstadt digitaler zu machen?

Die Sozialdemokraten stehen für eine Digitalisierung, die dem Menschen nutzt. Konkret gibt es drei verschiedene Bereiche, in der die Stadt selbst aktiv werden kann, um eine sinnvolle Digitalisierung voranzutreiben.

1. Digitalisierung für die Bürgerinnen und Bürger
Alle Dienste der Stadtverwaltung sollen bis 2023 digital und barrierefrei angeboten werden. So wird die Verwaltung zugänglicher für alle und besser erreichbar. Ein positives Beispiel dafür ist die vom Ersten Stadtrat eingeführte Online-Terminvergabe im Bürgeramt. Dieses Jahr noch werden alle Bürgerhäuser und das Nachbarschaftshaus mit WLAN ausgestattet. Zudem soll nach den Stadtteilen nun endlich Seligenstadt mit schnellem Glasfaser-Internet versorgt werden. Auch die Volkshochschule soll gestärkt werden, um etwa Seniorinnen und Senioren digitale Teilhabe zu ermöglichen.

2. Eine starke Wirtschaft mit Digitalisierung
Für die Wirtschaft sind genauso wie für Bürgerinnen und Bürger schnelles Internet und einfache digitale Verwaltungsprozesse wichtig. Zudem wollen wir mit einem Co-Working-Space, StartUp-Förderung und der „Seligenstadt Campus“-Idee zusammen mit Digitalunternehmen vor Ort eine Zukunftsstrategie entwickeln.

3. Die interne Digitalisierung der Stadtverwaltung
Der Aufwand für die Verwaltung steigt jedes Jahr. Daher ist es wichtig, die Mitarbeitenden mit funktionierenden digitalen Prozessen zu unterstützen und die Verwaltung sinnvoll zu digitalisieren. So kann sich das Rathaus Service-orientiert weiterentwickeln. Ein starkes Bewusstsein für Barrierefreiheit und sichere und transparente Open-Source-Software sind ein wichtiger Baustein dafür, auch nach dem Motto Public Money – Public Code.

Auf der SPD-Liste stehen u.a. mit dem IT-Berater Marius Müller, Alexander Seng, Doktorand der Informatik und der Softwareentwicklerin Antje Hesse mehrere junge Expertinnen und Experten für Digitalisierung. Beispielsweise mit der Digitalen Stadtverordnetenversammlung haben wir in den letzten Jahren ein erfolgreiches Digitalisierungs-Projekt angestoßen. Dennoch gibt es noch sehr viel zu tun – wir packen es an!

Das ganze Programm gibt es unter: seligenSTARK.de

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